Marktzeuln die Perle an der Rodach (1)

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Rundgang Sehenswertes - Orte/Plätze/Strassen

Marktzeuln, das bis 1811 ohne Attribut nur Zeuln hieß, ist ein Marktflecken und Pfarrort, der im nördlichen Teil Oberfrankens oberhalb der Rodachmündung, zwischen dem Kulbitzberg und dem Spitzberg, im jetzigen Landkreis und Dekanat Lichtenfels liegt und ca. 1320 Einwohner aufweist, mit den beiden Eingemeindungen Zettlitz (ca. 140 Einwohner) und Horb (ca. 200 Einwohner) aber in etwa 1660 Einwohner zählt. 

Seiner historischen Siedlungsform nach ist Marktzeuln ein typisches Haufendorf. Es gilt als einer der schönsten Fachwerkorte Oberfrankens. Kunstvolles Schnitzwerk und klassisches Holzgefüge zieren die dem Rodachufer entlang übereinandergestaffelten und verwinkelten Häuserzeilen im Dorfkern, die großenteils dem 17. Jahrhundert entstammen. Die gotisch-barocke Pfarrkirche (14.–18. Jh.) und das barocke Fachwerk-Rathaus (16./17. Jh.) beherrschen das Ortsbild, das als Ensemble seit 1975 auch in die offizielle Liste des Denkmalschutzes aufgenommen ist. Marktzeuln liegt am Standort der Pfarrkirche 293m über dem Meeresspiegel und weist, ohne die beiden Eingemeindungen, eine Gemarkungsfläche von ca. 450 ha auf, mit Zettlitz und Horb zusammen aber eine Gesamtfläche von ca. 690 ha. Geographisch gehört es zum Obermainischen Hügelland, geologisch zum Großraum des fränkischen Schichtstufenlandes, in dem Keuper- und Feuerlettenschichten vorherrschen, denen die Lias-Sandsteinstufe folgt.

Die Geschichte Marktzeulns reicht weit in die thüringisch-fränkische Epoche zurück, wenngleich die urkundliche Ersterwähnung erst für das Jahr 1070 festgehalten werden kann.

Eine Frau ist es, die Gräfin Albarata von Banz, die Marktzeuln aus dem Dunkel der Vergangenheit herausführt in das Licht der Historiographie, als sie ihren gesamten Besitz, zu dem auch Marktzeuln gehörte, urkundlich der Kirche von Bamberg vermachte.

Bild: Quelle Hanns-Seidel-Stiftung

Unser Wappen

Entsprechend der Wappenbeschreibung "Vor silbernen Schild eine auf einem waagrechten grünen Zweig sitzende schwarze Eule" sind die Farben der Gemeinde Grün - Schwarz - Silber.

Als eigenständige Dorfschaft und Gemeinde durfte Zeuln durch obrigkeitliche Genehmigung des Fürstbischofs auch ein eigenes Siegel und Wappen führen. Das Siegel wurde vom Schultheißen aufbewahrt. Das älteste Wappen hing vermutlich über dem Schultheißenhof.
Der älteste Beleg dafür, daß die Dorfschaft Zeuln ein eigenes Siegel besaß, ist die Bürgschaftsurkunde an den Bamberger Fürstbischof Georg III. Schenk von Limpurg vom 30. September 1510, in der Schultheiß, Dorf- und Heiligenmeister von Zeuln dafür einstehen, über 400 Gulden zur „ewigen Messe auf dem St.Michaelsaltar“ zu verfügen.  Das Siegel selbst dieser Urkunde, ist abgerissen, doch das noch vorhandene Siegelband beweist zweifelsfrei die Existenz eines Siegels.

Die älteste Urkunde, die auch Aufschluß darüfer gibt, wie das Zeulner Siegel ausgesehen hat, ist die Gerichtsurkunde vom 24. Januar 1536.  Das Siegel ist rund, hat einen Durchmesser von 6 cm und ist in Papier gepreßt. Es stelle eine auf einer Erhebung sitzende Eule dar. Am Innenrand des Siegels befindet sich um die wappenschildartig eingefaßte Eule ein kreisförmig geschweiftes Eulenband, dessen sehr undeutliche Inschrift vermutlich gelautet haben dürfte: „Eulen–Sigill der zu Zeulenn“.

Die Zeulner haben sich die Eule als Wappentier selbst gewählt und der Fürstbischof hat durch den Burgkunstadter Vogt nachträglich seine Genehmigung dazu erteilt. Die Eule ist nicht von ungefähr als Siegel herangezogen worden. In der Zeulner Umgebung war die Eule ein vielmehr signifikantes und häufig vorkommendes Tier, das seit der Antike als Symbol der Weisheit und Klugheit galt.  Bei der Erwähnung der Eule zum Wappentier mögen die alten Zeulner wohl daran gedacht haben, daß in ihrer Gemeinde stets Weisheit und Klugheit regieren sollen und daß die Eule gleichsam programmatisch alle Einwohner zu solcher Weisheit ermahnen möge. Das Zeulner Eulensiegel aus dem beginnenden 16. Jahrhundert ist eines der ältesten Gemeindesiegel Oberfrankens überhaupt und zeugt von der frühen politischen Eigenbedeutung dieses Ortes.

Das älteste vorhandene Wappen stammt aus dem Jahre 1577. Es krönte einst das Portal des ersten Zeulner Rathauses, das 1578 fertiggestellt, 1637 jedoch von den Schweden während des Dreißigjährigen Krieges zerstört worden war, und befindet sich nunmehr an der Ostseite(Turmseite) des zweiten, d.h. des jetzigen Rathauses, wo es 1690 bei dessen baulicher Fertigstellung eingefügt wurde. Es ist ein mehrgliedriges bemahltes Sandsteinrelief, in dem sich neben dem hochstiftisch-bambergischen Löwenwappen und dem fürstbischöflichen Adelswappen auch das Zeulner Eulenwappen findet.

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